Bewegliche Ziele und Leistung – im Schwimmbad und im Unternehmen

Ein Bekannter erzählte mir neulich folgenden Schwank aus seinem Arbeitsleben:

Er arbeitete seit ein paar Monaten an einem neuen, sehr ambitionierten Projekt, das eine hohe Management Attention hatte. Alle im Team waren hoch motiviert, die ehrgeizigen Ziele zu erreichen, haben viel gearbeitet, sich voll reingekniet. Das Ergebnis: Sie haben die vom Management vorgegebenen Ziele früher erreicht als geplant. Die Reaktion des Managements: Die Ziele wurden nach oben angepasst – mit der Begründung, dass sie offensichtlich nicht richtig gesteckt worden waren.

Das erinnerte mich an ein Erlebnis aus meiner Kindheit – meinen ersten Schwimmkurs:

Meine Mutter hatte mich zu einem Schwimmkurs angemeldet, an dem ich brav teilnahm. Schwimmen erschien mir eine sinnvolle Fähigkeit zu sein. Den Sense of Urgency hatten mir meine Eltern bereits klar gemacht. Ich lernte schnell und war bald an dem Punkt angekommen, an dem der Schwimmlehrer sich in die Mitte des Beckens stellte und verkündete: “Wer als erster zu mir geschwommen ist, bekommt nachher ein Eis!” Ich schwamm los. Kurz, bevor ich den Lehrer erreicht hatte, begann er, sich langsam von mir wegzubewegen. Immer weiter, je weiter ich schwamm. Als ich das bemerkte, brach ich meinen neu erlernten Bewegungsablauf ab und fing an, panisch zu strampeln. Ich erreichte den Schwimmlehrer nicht. Ich bekam kein Eis. Ich ging danach nie wieder zur Schwimmstunde.

Mein Bekannter geht seit der Zielanpassung wieder täglich nach acht Stunden Arbeit nach Hause. Schwimmen habe ich von meinem Großvater in den Sommerferien gelernt. Er hat mich viel gelobt.

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