Von Frauenförderung und Zirkuselefanten

Eine der inspirierendsten Geschichten ist für mich “Der angekettete Elefant” aus dem wunderbaren Band “Komm, ich erzähl dir eine Geschichte” von Jorge Bucay.

Ein Zirkuselefant ist zwischen seinen Auftritten am Fuß an einen kleinen Holzpflock angekettet. Dieser steckt allerdings nur ein paar Zentimeter tief in der Erde. Die Frage ist also, warum der große, starke Elefant sich nicht von dem Pflock losreißt und aus seiner Gefangenschaft flieht. Und die Antwort ist so simpel wie erschreckend: “Der Zirkuselefant flieht nicht, weil er schon seit frühester Kindheit an einen solchen Pflock gekettet ist.”

Mich hat die Geschichte dazu inspiriert, viele meiner Glaubenssätze über die Grenzen meiner eigenen Fähigkeiten zu hinterfragen. Viele dieser Glaubenssätze waren typisch weibliche. Dass ich mit Zahlen nicht gut umgehen kann, dass ich kein technisches Verständnis habe, dass ich einen schlechten Orientierungssinn habe. Es waren Glaubenssätze, die bis heute fest in unserer Gesellschaft verankert sind und die wir weiterhin an unsere Kinder weitergeben. Erst, wenn wir diese Glaubenssätze hinter uns lassen, gelangen wir zu einer Gesellschaft, in der Männer und Frauen wirklich frei sind.

Quelle: Bucay, J. (2012): Komm, ich erzähl dir eine Geschichte. 10. Auflage. Frankfurt a. M.: Fischer Verlag.

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